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Männerschnupfen auch bei Hunden?

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Wenn Männer krank sind, mutiert dies schnell zu einer Katastrophe – wer kennt sie nicht, die Männer-Grippe!? Gerade noch durfte ich eine solche miterleben. Während Frauen sich noch mit Fieber zur Arbeit zwingen, verkriechen sich Männer beim kleinsten Schnupfen jammernd unter die Bettdecke. Laut einer kanadischen Studie liegt das daran, dass Männer zwar Männer Schmerzen besser wegstecken als Frauen, aber nur wenn die Schmerzen kurz sind. Langanhaltende Reize können Männer schlechter ertragen, während Frauen sich an die Schmerzen gewöhnen.

So ist es bei den Menschen. Studien, die belegen, dass es bei Hunden auch so ist, habe ich keine gefunden. Aber wenn ich Emile und Bijou als Beispiele nehme, könnte es bei Vierbeinern ähnlich sein. Wenn ich etwa bei Bijou eine Zecke entdecke, merkt sie sofort, wenn ich anfange, mit den Fingern danach zu tasten. Sie verfällt dann in so eine Art geduldige Starre und wartet – ein bisschen ängstlich – auf den kleinen Zwick, wenn ich die Zecke mit den Fingerspitzen herausziehe.

Bei Emile ist es anders. Auch er merkt sofort, wenn ich anfange zu tasten, weil ich einen kleinen Knubbel unter seinem Fell entdeckt habe. Dann wird er nervös und sobald ich mit den Fingerspitzen anfange das Objekt zu Umkreisen, bricht er in Panik aus, zieht das betroffene Gliedmaß oder den Kopf zurück und springt entsetzt auf. Wenn ich ihn dann übertölple und mich beim Streicheln vorsichtig an die Zecke herantaste, um sie dann mit einem kleinen Ruck zu entfernen, springt er laut jaulend auf und macht ein Riesen-Theater, so als hätte man versucht, ihm die Kehle durchzuschneiden.

Meist lobe ich ihn dann, wenn es mir das Herausziehen der Zecke gelungen ist, und lasse ihn daran schnuppern, wobei er sich wieder beruhigt. Inzwischen läuft er manchmal aber sogar schon ängstlich weg, wenn ich nur das Wort „Zecke“ sage oder er mitbekommt, wenn ich bei Bijou diesen Parasit entferne.

Und auch wenn Emile Bauchschmerzen hat, was wegen seiner Futtermittelallergie schon mal vorkommt, leidet er ganz fürchterlich und tut alles, dass er auch bemitleidet wird. Als er kastriert wurde, hat er trotz Schmerzmitteln gejammert, während Bijou, die ja als Weibchen eine viel größere Op hat über sich ergehen lassen müssen, das Ganze relativ locker weggesteckt hat. Vielleicht sollte ich das mal als Studie veröffentlichen: nämlich dass Hunde-Männer in Bezug auf Krankheiten und ihre Leiden nicht viel besser sind als ihre zweibeinigen Pendants!?

Hund im Backofen

 

Endlich ist er da der Sommer. Mit Temperaturen bis 36 Grad und mehr ist er für Fellträger nicht unbedingt immer ein Vergnügen. Das gilt umso mehr bei langhaarigen Hunden. Nicht jeder kann es sich wie Bijou am Teich gemütlich machen. Daher wird immer wieder vor langen Spaziergängen in großer Sommerhitze gewarnt und empfohlen, sie in die Abend- und Morgenstunden zu verlegen. Laut Tasso gab es auch in den letzten Wochen wieder zahlreiche Meldungen, die von qualvoll verstorbenen Hunden in überhitzten Autos berichten. Offensichtlich gibt es immer noch Zeitgenossen, die nicht, dass das Auto bereits bei mittleren Temperaturen schnell zur Hitze-Falle werden können.

„Ein Hund gehört ab 20 Grad Celsius nicht in ein verschlossenes Fahrzeug“, warnt Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V. „Leider glauben viele Leute immer noch, dass ein wenige Zentimeter geöffnetes Fenster oder ein Parkplatz im Schatten ausreichend sind, um dem Hund genügend Abkühlung zu verschaffen.“ Ein Trugschluss, denn das Autoinnere kann sich bei steigenden Temperaturen schnell auf über 50 Grad Celsius aufheizen. Wenige Minuten reichen dann schon aus, um einen Hund in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen. Im Gegensatz zu Menschen schwitzen Hunde nicht, sondern regulieren ihren Wärmehaushalt durch das Aufnehmen von Flüssigkeit. Wenn ein Tier diese Möglichkeit nicht hat, steigt die Körpertemperatur an und es kommt zu einem Hitzschlag, weil lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden.

Erste Anzeichen eines Hitzschlages sind Unruhe, eine weit herausgestreckte Zunge, Taumeln und Erschöpfung. Im fortgeschrittenen Stadium kann er zu einem Schockzustand, Bewusstlosigkeit und nicht selten sogar zum Tod führen. „Die wichtigste Maßnahme ist, das Tier zunächst in den Schatten zu bringen und vorsichtig mit nasskalten Tüchern für mindestens 30 Minuten abzukühlen. Beginnen Sie an den Pfoten über die Beine, das Hinterteil, über den Rücken bis zum Nacken, oder kühlen Sie mit feuchten Umschlägen. Das Wichtigste ist hierbei eine langsame Abkühlung. Keinesfalls darf das Tier mit eiskaltem Wasser übergossen werden. Danach muss zeitnah der Transport in einem gekühlten Auto zum Tierarzt erfolgen“, gibt die Tierärztin Dr. Anette Fach Tipps zur ersten Hilfe.

Um noch mehr Vierbeiner vor einem grausamen Tod im Auto zu schützen, hat TASSO vor einigen Jahren die Kampagne „Hund im Backofen“ ins Leben gerufen. Tierfreunde können den Verein aktiv unterstützen, indem sie das kostenlose Aufklärungsmaterial anfordern und dieses an andere Hundefreunde verteilen. Somit können noch mehr Menschen die Gefahren erkennen und entsprechend handeln: www.tasso.net.

Zeckenfieber - Blutuntersuchung bei Bijou


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Bijou ist nun einmal eine ältere Dame. Auch wenn sie noch recht fit ist, ist sie schließlich schon 15 Jahre alt. Darum lasse ich von Zeit zu Zeit ihr Blut untersuchen und dieses Mal wollte ich auch einen Erreger-Nachweis haben, der normalerweise nicht automatisch gemacht wird. Und das war goldrichtig, wie ich feststellen musste. Der Ehrlichien-Titer lag eines Tages bei 1:200, obwohl Bijou keine Symptome zeigte, wie ich dachte. Ein Titer, der sieben bis 21 Tage nach der Infektion höher als 1:10 ist, ist beweisend für Ehrlichiose. Die von Zecken übertragene Infektion mit Bakterien, auch Zeckenfieber genannt, ist eine akute bis chronische Krankheit. Die klassische Form kommt in den Tropen und Subtropen vor. Aber durch die Klimaveränderung gibt es auch in Deutschland, insbesondere im Süden, die Braune Hundezecke, die die Ehrlichien überträgt.

Der Körper bildet zwar hohe Antikörperspiegel, diese wirken jedoch nicht schützend. Die Symptome sind meist unspezifisch. Nach einer Inkubationszeit von knapp drei Wochen zeigen die Tiere in der Akutphase ständig wiederkehrendes Fieber, Nasenbluten oder schleimig-eitrigen Nasenausfluss, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Atemnot, Schwellung der Lymphknoten und eventuell zentralnervöse Störungen wie Muskelzucken. Das alles konnte ich bei Bijou nicht feststellen, lediglich das Erbrechen zeigte sich einmal, aber verschwand nach einem Tag wieder und ich dachte, sie hätte irgendetwas Falsches gefressen. Nach zwei bis vier Wochen geht die Akutphase in ein subklinisches Stadium über und kann über Wochen bis Jahre andauern.

Die Tiere bleiben zwar infiziert, zeigen aber keine Symptome. So wie Bijou, die nur das Muskelzittern hatte und das schon lange. Deshalb hatte ich in der Vergangenheit schon einmal einen Tierarzt in Köln konsultiert, der aber meinte, das könne das Terrierzittern sein, da in ihr ja ein kleines bisschen Terrier steckt. Da sie sonst topfit war, habe ich mir keine Gedanken gemacht. Als ich Bijou vor zehn Jahren aus Ibiza bekam, hatte sie Babesiose und Ehrlichiose, was beides mit Antibiotika erfolgreich behandelt wurde. Im Blutbild war danach alles in Ordnung.

Das späte Stadium der Ehrlichiose zeigt indes Blutungen und Ödeme, Abgeschlagenheit, Abmagerung, Blutarmut, Milzvergrößerung, Gelenkerkrankungen sowie Meningoenzephalitis mit Krämpfen, was Bijou ja alles zum Glück (noch) nicht hatte. Mein Tierarzt verordnete also Doxycyclin als Antibiotikum, das auch Menschen bei diversen Infektionen bekommen. Insgesamt muss Bijou es über zwei Wochen zweimal täglich als Viertel-Tablette, immer lecker in Leberwurst verpackt und mit dem Futter, damit sie keine Magen-Darmprobleme bekommt, nehmen. Jetzt nach über einer Woche ist das vermeintliche Terrierzittern fast verschwunden. Ich bin superfroh, dass wir die Infektion rechtzeitig entdeckt haben, bevor Bijou andere Symptome zeigte.

Was für Menschen gilt, gilt also auch für Hunde: man sollte regelmäßig einen Blut-Check machen. Keine Angst vor den Kosten, denn dabei kann man auch gleich den Impf-Titer checken. Das kostet nicht mehr, als die unnötigen jährlichen Impfungen und verhindert den Ausbruch schlimmerer Krankheiten.

Emile wurde geimpft - jetzt ist er krank

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Jetzt war es gestern sogar schon im Radio. In der WDR-2-Sendung Quintessenz ging es um die jährliche Immunisierung von Hunden und Katzen. „Unnötig viele Impfungen“ lautete der Titel des Beitrags von Anne Debus. Viele Tierhalter ließen ihren Hund und ihre Katze alljährlich impfen, im festen Glauben, dem Tier etwas Gutes zu tun. Dabei seien manche Impfungen an sich schon wenig sinnvoll. Und jährliche Auffrischungsimpfungen erhöhten nicht den Impfschutz, sondern nur das Risiko von Nebenwirkungen und die Kosten für den Tierhalter.

Leider kann ich diese Erfahrung nur bestätigen. Vergangenen Mittwoch war ich mit Emile Fäden ziehen und dachte, ich könnte ihn mal wieder impfen lassen. Zwar bin ich auch ein Verfechter davon, Hunde nicht so oft impfen zu lassen, aber erstens war die letzte schon über zwei Jahre her und zweitens wollen wir im Oktober in Urlaub nach Italien, wo Tollwut-Impfungen vorgeschrieben sind bei der Einreise. Der Tierarzt hat dann direkt eine Kombi-Impfung gegeben gegen Leptospirose, Staupe und Hepatitis. Mein Tierarzt ist ohnehin der festen Überzeugung, dass jährlich geimpft werden muss.

Ab Mittag kam Emile ständig an und ich bemerkte, dass er am ganzen Körper zitterte. Sofort habe ich geschaut, ob ich ein homöopathisches Mittel da habe für ihn. Ich habe mich neben ihn auf den Boden gesetzt und ihm Reiki gegeben. Das half, das Zittern hörte auf. Nach einiger Zeit fing es erneut an und ich war so wütend, dass ich dem Tierarzt eine Mail schrieb. Ich teilte ihm mit, dass es das letzte Mal gewesen sei, dass ich die Hunde habe impfen lassen (Bijou hatte keine Nebenwirkungen) und dass ich künftig eine Titer-Bestimmung machen lassen würde und nur dann geimpft würde, wenn keine Antikörper mehr nachzuweisen seien.

Noch am gleichen Abend rief er an und entschuldigte sich. Er erklärte, dass er einen neuen Lieferanten habe, weil der andere Lieferschwierigkeiten habe. Den Impfstoff verwende er schon seit drei Wochen, aber solche Nebenwirkungen habe es noch nicht gegeben. Inzwischen ist zum Glück das Zittern weg, aber fit ist er immer noch nicht und ich habe ein schrecklich schlechtes Gewissen, dass ich die Hunde nicht nur einfach gegen Tollwut habe impfen lassen, was ja sein muss bei Auslandsreisen. Und dann kam gestern noch dieser Beitrag. Da wurde von einer Hündin berichtet, die eine Woche nach der Impfung Blut gepinkelt habe und eine Woche später gestorben sei. Das sei eine Nebenwirkung gewesen. Wie schrecklich ist das denn?

In dem Beitrag hieß es jedenfalls, dass Schätzungen zufolge Tierärzte 30 bis Prozent ihres Gesamtumsatzes mithilfe von Impfungen erzielen und sie es deshalb empfehlen. Auch Menschen lassen sich schließlich nicht jedes Jahr impfen. Die Zulassungsbehörden verlangen von den Impfstoffherstellern keinen Nachweis der maximalen Schutzdauer. Mittlerweile belegen Studien aber, dass für die wichtigsten Viruserkrankungen auch bei Tieren eine Schutzdauer von 12 Jahren und mehr gilt, allerdings nicht für alle Erreger.

Das Einjahresintervall jedenfalls gilt offiziell als überholt. Die deutsche "Ständige Impfkommission Veterinär“ empfiehlt in ihren Impfrichtlinien seit 2006 für einige Impfungen ein Impf-Intervall von 3 Jahren. Und auch das ist zuviel. Der Weltverband der Kleintiere empfiehlt sogar, gegen die Haupterkrankungen nicht öfter als alle 3 Jahre zu impfen. Auch die von Tierärzten oftmals empfohlene Borreliose-Impfung ist Quatsch. Zwar sind einige Hunde mit von Zecken übertragenen Borrelien infiziert, aber die wenigsten erkranken daran. Und falls doch hilft Antibiotika.

Die Nebenwirkungen von Impfungen sind indes schlimm und reichen von vorübergehenden Beschwerden wie Schwellungen, Schlappheit und Appetitverlust bis hin zu schweren oder gar tödlichen Erkrankungen. Grundsätzlich heißt: Je jünger ein Tier ist, je geringer seine Körpermasse ist (also kleine Rassen) und je mehr Impfstoffe es auf einmal bekommt, desto höher ist sein Risiko einer Nebenwirkung. Ein Tier, bei dem schon einmal Impfnebenwirkungen aufgetreten sind, ist ebenfalls anfälliger.

Es gibt in Deutschland für Haustiere keine Impfpflicht. Lediglich für Auslandsreisen ist eine gültige Tollwutimpfung vorgeschrieben. Ansonsten gilt Deutschland seit 2008 offiziell als tollwutfrei. Damit entfällt auch das Risiko. Für uns hat sich das Thema jedenfalls erledigt.

Der Kampf gegen Ungeziefer – oder Bernstein für Hunde  

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Viel wird im Internet diskutiert über den Gebrauch von Bernsteinketten gegen Zecken. Aber es ist wie bei vielen Dingen im Leben: während die einen darauf schwören, halten es die anderen für völligen Quatsch. Emile und Bijou jedenfalls tragen seit knapp einem Monat Bernsteinketten. Fakt ist, es sieht schön aus. Und was die Zecken angeht, hatte Bijou zwei winzige und Emile seither keine mehr. Ob nun Zufall oder nicht, es ist in jedem Fall besser, als die Chemie-Keule vom Tierarzt.

Die Wirkung soll darauf beruhen, dass die Steine sich durch Reibung statisch aufladen und damit die Zecken abwehren. Zudem sollen Zecken und Flöhe den harzigen Geruch des Bernsteins nicht mögen. Wichtig dabei ist, dass man unbearbeiteten, echten Naturbernstein nimmt, der ständig auf der Haut/dem Fell getragen werden sollte. So kann sich der feine Harzgeruch über das Fell und die Haut verteilen. 

Zecken haben zwar keine Nasen, sondern nur ihr Haller’sches Organ, das eine bestimmte Kombination an organischen Stoffen wahrnehmen kann. Diese Kombi soll durch den Harzgeruch des Bernsteins gestört werden. Das Gleiche gilt für Kokosöl, womit man den Hund anfangs täglich und später im Abstand von zwei Wochen einreiben sollte. Die darin enthaltene Laurinsäure hilft übrigens auch zur Abwehr von Zecken und Mücken beim Menschen und pflegt zudem auch die Haut. Und Bernstein soll gemäß der Heilsteinkunde auch gut gegen Ekzeme, allergische Hautkrankheiten, Entzündungen, Arthritis, Berührungsangst und andere Symptome sein.

Weitere Möglichkeiten der natürlichen Ungeziefer-Bekämpfung sind bei Flohbefall zwei in Viertel geschnittene Zitronen, mit einem halben Liter kochendem Wasser überbrüht. In Sprühflaschen verteilt, kann der Hund damit täglich besprüht werden. Auch ein Tropfen Zedernholzöl mit einem Esslöffel Oliven- oder Mandelöl vermischt, wirkt insbesondere gegen Läuse. Das Gleiche gilt für Teebaumöl und Knoblauchwasser, das auch Zecken fernhalten soll.

Nichts von diesen Tipps ist jedenfalls so schädlich, wie das Nervengift vom Tierarzt, darum rate ich allen, es einfach mal auszuprobieren. Die Gesundheit des Hundes wird es danken. Weitere Mittelchen aus Mutter Erdens Garten gibt es bei Gesundheitsproblemen auch in meinem Buch „Fred & Otto unterwegs in Köln“.