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Wühltischwelpen - ein neues Gesetz macht es schwerer

Endlich hat die Bundesregierung etwas gegen den illegalen Welpenhandel unternommen. Noch im Dezember ist wieder ein Transporter voller Hunde im vom Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) betriebenen Dellbrücker Tierheim gelandet. Die Tiere waren bei einer Polizeikontrolle in einem bulgarischen Transporter entdeckt worden. Der sollte sie von Rumänien aus nach Holland bringen. Laut der Polizei hatten die drei Tiere weder Pässe noch Microchips und sprangen alle frei im Auto herum. Lediglich drei Welpen lagen in einer Schüssel.

Die drei Hündinnen mit Welpen verschiedenen Alters sowie die erwachsenen Tiere hatten die fünftätige Tour teilweise in einem extrem schlechten Zustand überstanden. Sie wiesen Hautinfektionen, Parasitenbefall und Bissverletzungen an Pfoten und Schnauze auf. Ein sehr kleiner Welpe musste an eine Infusion gelegt werden, er war unterernährt und hat zwei eitrige Abszesse wie die Pressesprecherin des Tierheims berichtete. Im Gegensatz zu einer Schäferhund-Mischlingshündin kam er jedoch durch. Die Hündin war hinten komplett gelähmt und der Tierarzt entdeckte eine Kugel in ihrer Wirbelsäule. Sie musste daher eingeschläfert werden.

Nun hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich Zeichen im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel gesetzt. Eine seit dem 31. Dezember geltende Verordnung untersagt es Privatpersonen, Welpen ohne Tollwutimpfung nach Deutschland zu bringen. Das erschwert auch illegalen Welpenhändlern, Jungtiere einzuführen, wie die Tierschutzorganisation TASSO mitteilt. Die Welpen können erst nach der 15. Lebenswoche nach Deutschland gebracht werden. Zwischen der ab sofort unerlässlichen Tollwutimpfung und der Ausfuhr der Tiere müssen mindestens drei Wochen liegen. Eine Impfung des Hundes vor der 12. Lebenswoche ist indes nicht erlaubt.

Besonders mit Blick auf den Welpenhandel, gegen den TASSO federführend bereits seit 2010 gemeinsam mit dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und anderen Partnern in der Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel mit Aufklärungskampagnen vorgeht, wirkt sich die neue Verordnung positiv auf die Tiere aus, denn die Welpenhändler führen die Hunde laut Tasso zumeist als Privatpersonen nach Deutschland ein, um Formalien wie beispielsweise die Tollwutimpfung zu umgehen. Trotzdem rät der Verein: „Für Tierfreunde bleibt, die Faustregel zu beachten, dass Tiere, die eklatant jünger als vier Monate sind, entweder illegal nach Deutschland gebracht worden sein oder von einem unseriösen Züchter stammen können.“ 

Toleranz für Sex mit Hunden?

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Es ist unglaublich, aber leider traurige Realität, es gibt Menschen, die ihre Hunde für ihre sexuellen Bedürfnisse mißbrauchen. Wie der Deutsche Tierschutzbund mitteilt, rechtfertigte ein Mann in einem öffentlich-rechtlichen Radiosender im Umfeld der aktuellen ARD-Themenwoche "Toleranz" seine sexuelle Beziehung zu seinem Hund. „Ein öffentlich-rechtlicher Sender fordert Toleranz für Sodomie? Da bleibt einem die Luft weg“, empört sich Simone Schröder, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft zum Schutz des Hundes (DGSH) zu diesem öffentlichen Geständnis. „Tausende Menschen traumatisieren Tiere tagtäglich durch sexuelle Handlungen. Diese Tiere verenden oft jämmerlich. Nur der Mensch profitiert und nennt das dann Liebe. Es ist eine absolute Unverschämtheit, dass dieses Thema jetzt auch noch eine öffentlich-rechtliche Bühne erhält und sogar noch Toleranz verlangt", so Schröder weiter, die über die DGSH aktiv dagegen vorgeht, menschliche Bedürfnisse auf dem Rücken von Tieren auszutragen.

„Öffentliche Erklärungen zoophiler Empfindungen bedeutet, diese zu verharmlosen und stellen damit ein großes Problem dar. Hunde wollen keinen Sex, sie wollen sich fortpflanzen. Wir hatten im Zuge der Arbeit für unsere Organisation schon viel zu oft mit durch Sodomie schwer traumatisierten, schwer verletzten und gebrochenen Hunden zu tun. Nicht umsonst gibt es seit Sommer 2013 endlich eine Änderung des Tierschutzgesetzes, über das sexuelle Handlungen an Tieren zumindest mit einem Bußgeld belegt werden können", erklärt Schröder. Hunde seien auf Harmonie und Bindung zum Menschen programmiert. Selbst ein Hund der geprügelt werde, lecke doch immer wieder die Hand, die ihn schlage. Genauso ertrage er stumm und unterwürfig sexuelle Übergriffe vom Menschen und erleide dabei physische und psychische Schäden, so die Tierschützerin weiter.

Die DSGH ist eine Plattform, die hilft, Hunde zu schützen und ihr Leben zu verbessern. Zu den Hilfsprojekten zählt auch Aufklärungs- und Kampagnenarbeit zur Verhinderung von Misshandlungen und Missbrauch wie Zoophilie und Sodomie sowie die medizinische Versorgung und die Vermittlung von Tierheim- und Straßenhunden aus dem In- und Ausland und Kastrationen zur Populationsverringerung im Ausland. Die DGSH wurde 2014 für ihr vorbildliches Engagement mit dem Dogs Award als beste Tierschutzorganisation ausgezeichnet. www.dgsh.de

Intelligenz-Bestien oder Emile und sein Ohr

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Sie können sich bis zu 165 Worte merken, bis fünf zählen und Fehler in leichten Berechnungen erkennen – Hunde sind intelligenter, als viele meinen. Ihre Fähigkeiten werden mit zwei- bis zweieinhalbjährigen Kindern verglichen. Der amerikanische Psychologe und Hundeexperte Stanley Coren hat über 200 Punktrichter befragt und verschiedene Tests mit unterschiedlichen Rassen durchgeführt. Das brachte ihn zu der Aussage, dass bestimmte Rassen intelligenter sind als andere.

Er stellte ein Ranking auf. Demnach sind Border-Collies die intelligentesten Hunde. Den Beweis dafür trat die Border-Collie-Dame Chaser in Wetten-Dass an. Sie zeigte, dass sie über 1000 Spielsachen auseinanderhalten kann. Dass solche Superhunde nicht nur verschiedene Begriffe und Kommandos kennen, liege am Training, sagen die Wissenschaftler. Das heißt, Hunde müssen gefordert werden, um zu lernen und eine gewisse Intelligenz zu entwickeln. Nach den Border Collies, folgen Pudel und Deutscher Schäferhund im Hinblick auf die geistigen Fähigkeiten. Platz vier belegen der Golden Retriever, fünf der Doberman, sechs der Shetland Sheepdog, sieben der Labrador Retriever, acht der Papillon, neun der Rottweiler, zehn der Australian Cattle Dog. Der dümmste Hund soll laut Coren der Afghanische Windhund sein, ihm folgt auf Platz zwei der Basenji, die Englische Bulldogge, der Chow-Chow und der Borsoi.

Der Frage, wie gelehrig Mischlinge sind, ist er leider nicht nachgegangen. Aber im Allgemeinen werden auch ihnen besondere intellektuelle Fähigkeiten nachgesagt. Bijou jedenfalls ist ein guter Problemlöser. Kürzlich wollte sie Emile ein Schweineohr abjagen. Dazu versuchte sie verschiedene Strategien. Sie sprang auf ihn, lief um ihn herum, versuchte es von rechts und von links – leider jedoch ohne Erfolg. Emile ließ sich nicht beeindrucken davon und knabberte genüsslich weiter an seinem Ohr. Schließlich versuchte sie ihn abzulenken, indem sie ganz intensiv neben ihm schnupperte, aber das alles half nicht – hatte Emile doch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass er, sobald er nicht aufpasst, sein Leckerchen los ist. Und wehe, er versucht es wieder zu bekommen, dann ist richtig Stress angesagt, Bijou wird giftig und keift ihn an. Schließlich ist sie der der kleine Chef.

Nach einer ungarischen Studie reagieren Hunde wie Kleinkinder auf Signale wie Augenkontakt oder direktes Ansprechen. Sie eignen sich Wissen an, indem sie andere nachahmen, wobei sie nur das nachahmen, was für sie Sinn macht. In einem Experiment sollten die Hunde eine Futterbox öffnen, indem sie einen Holzstab bewegten. Das taten sie mit ihrem Maul, nur eine Hündin wurde darauf trainiert, das mit der Pfote zu tun. Solange sie dabei nichts im Maul hatte, schienen die anderen Hunde sich für dieses Verhalten zu interessieren und imitierten es. Hatte die Hündin ein Spielzeug im Maul und öffnete die Box mit der Pfote, ahmten die anderen Tiere das nicht nach. Um ihren Gerechtigkeitssinn zu untersuchen, testeten die Wissenschaftler der Universität Wien, wie sich Hunde bei ungerechter Behandlung verhalten. Dazu ließen sie zwei, die sich gegenseitig sahen, die Pfote geben. Solange beide Tiere nach erfüllter Aufgabe belohnt wurden oder beide keine Belohnung bekamen, verhielten sie sich kooperativ. Wurde hingegen nur einer der Hunde belohnt, streikte der andere. Dabei spielte jedoch auch die Beziehung zwischen den Hunden eine Rolle.

Anders als Affen, waren die Hunde besonders unkooperativ, wenn sie den Partner, der eine Belohnung bekam, gut kannten. Max-Planck-Forscher untersuchten zudem, ob auch Menschenaffen und Hunde fähig sind, Dinge, die sie nicht sehen, weiter wahrzunehmen. Dazu platzierten sie Futter für Hunde und Affen sichtbar unter einem von zwei Behältern. Danach wurden die Behälter verschoben. Während die Menschenaffen zu wissen schienen, unter welchem Gefäß sich die Belohnung befand, schnitten die Hunde in diesem Experiment schlecht ab. Wölfe stellten sich in diversen Studien geschickter an, etwa wenn es ums Futter ging, doch im Gegensatz dazu verstehen Hunde den Zeigegestus des Menschen. Dazu sind nicht einmal Schimpansen in der Lage, denn Tiere kommunizieren gewöhnlich mit den Augen.

Auch haben die Forscher einen Unterschied zwischen der Wahrnehmung von Weibchen und Rüden festgestellt. In einem Experiment beobachteten Hunde einen Ball, der hinter einen Sichtschutz rollte. Wenn der Ball zum Vorschein kam, war er in jedem zweiten Mal größer als der vorige. Während Rüden sich davon nicht beeindrucken ließen und dem Ball immer gleich lange hinterher schauten, beobachteten Hündinnen den in der Größe veränderten deutlich länger. Offensichtlich waren sie davon stärker irritiert als ihre männlichen Artgenossen. Laut dem US-Schriftsteller James Thurber haben aber Menschen mehr zu lernen im Zusammenspiel mit Hunden: „Es ist dem Hund nur selten gelungen, den Menschen auf seine Ebene der Klugheit emporzuziehen, aber der Mensch hat den Hund oft zu seiner heruntergezogen.“

Tierisch eifersüchtig

Das, was die meisten Hundehalter ohnehin wissen, ist jetzt auch wissenschaftlich belegt: Hunde sind eifersüchtig. Studien zeigten, dass auch Hunde reagieren, wenn ihre Besitzer anderen mehr Aufmerksamkeit schenken. Im Fachjournal "PLOS ONE" präsentierten die beiden Forscherinnen Christine Harris und Caroline Prouvost von der Universität San Diego in Kalifornien die Studie mit 36 Hunden und 31 Herrchen und Frauchen, die sie gefilmt hatten. Die Bezugspersonen wurden gebeten, den eigenen Vierbeiner zu ignorieren und sich stattdessen intensiv einem ausgestopften Hund zu widmen, der auf Knopfdruck bellte, jaulte und mit dem Schwanz wedelte, sowie einen Kürbiskopf zu streicheln und aus einem Pop-Up-Kinderbuch vorzulesen.

78 Prozent der Hunde stupsten ihren Besitzer bei dem vermeintlichen Hund an, 42 Prozent reagierten auf einen gestreichelten Kürbiskopf. Auf das Kinderbuch reagierten 22 Prozent. Knapp ein Drittel der Vierbeiner versuchte, sich zwischen den Besitzer und den ausgestopften Artgenossen zu drängen, ein Viertel schnappte zudem nach ihm – beim Kürbiskopf tat dies nur einer. Offenbar hätten die Hunde das ausgestopfte Tier als vollwertigen Artgenossen angesehen, schreiben die Forscherinnen. Das brachte sie zu der Erkenntnis, dass das Eifersuchtsgefühl tiefer verwurzelt sei, als bisher angenommen. "Viele Menschen glauben, dass Eifersucht eine menschliches, soziales Konstrukt ist. Unsere Ergebnisse zeigen dagegen, dass auch Tiere darunter leiden, wenn ein Rivale die Aufmerksamkeit eines geliebten Partners gefangen nimmt“, urteilten die Forscherinnen.

Aus eigenem Erleben ist die Eifersucht aber nicht nur auf Menschen gerichtet, sondern auch auf andere Hunde. So macht Bijou regelmäßig einen Riesen-Aufstand, wenn Emile mit einem anderen Hund spielt. Dann wirft sie sich dazwischen oder rennt laut bellend hinter Emile und dem vermeintlichen Konkurrenten her. 

Gefahr aus dem Wald - oder Skorpion-Angriff auf Bijou

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Es war beim Morgenspaziergang. Wir liefen über ein kurzes geteertes Stück eines Weges mitten zwischen den Feldern, als dort ein kleines schwarzes Tier einen großen Aufstand machte. „Ups, der sieht ja aus wie ein Skorpion“, dachten wir bei der näheren Betrachtung. Das mehr als drei Zentimeter lange Tier hatte vorne richtige Zacken und sein Hinterteil drohend nach oben erhoben, ebenso wie Skorpione es machen. „Skorpione im Rheinland – gibt es das?“, wunderten wir uns. Bijou war fasziniert und kaum von dem Tier wegzukriegen. Also nahmen wir sie an die Leine und verhinderten so, dass sie nicht näher herankam

Kaum Zuhause, wurde das Internet durchforstet, ob es denn Skorpione gebe oder was es sonst für ein Tier gewesen sein könnte. Und wir wurden fündig. „Ein bissiges Insekt mit einer Vorliebe für Nacktschnecken“, lautete eine Überschrift eines Beitrages von Dieter Schmidtke in den Stuttgarter Nachrichten, zu dem das Foto passte. Der vermeintliche Skorpion entpuppte sich in dem Artikel als Moderkäfer. Und der kann sowohl für Mensch, als auch für Hund tatsächlich gefährlich werden.

Der schwarze Raubkäfer der Gattung "Ocypus olens" ist ein wehrhaftes Insekt, das sich immer mehr vom Land auch auf die Stadt ausbreitet. Er und seine räuberischen Larven vertilgen Schädlinge und bevorzugt Nacktschnecken. Er liebt insbesondere den sonnigen Asphalt von Gehwegen und Steinplatten in Gärten, um sich aufzuwärmen. Wird der Käfer dabei gestört, dann flüchtet er nicht, sondern hebt drohend sein Hinterteil in die Höhe. Meist wird damit der Feind abgeschreckt, was auf Bijou aber nicht zutraf.

Wagt man sich jedoch näher als etwa 20 Zentimeter heran, greift das wehrhafte Insekt an und schießt aus der Hinterleibsdrüse eine übel riechende und ätzende Flüssigkeit auf den Gegner. Und die löst auf Schleimhäuten und empfindlicher Haut schmerzhafte Entzündungen aus. Werden gar die Augen getroffen, sollte man sie sofort mit viel Wasser auswaschen. Und fasst man den Käfer an oder versucht ihn, mit dem Maul zu greifen, beißt er mit den kräftigen Kieferzangen zu, was richtig wehtun kann.

Im Mittelalter nannte man ihn in England sogar "the Devil·s coach horse" (des Teufels Kutschengaul). Also künftig machen wir einen großen Bogen um diese deutschen Skorpione beim Sonnen.