Der (Hunde-)Blog

Emile ist was Besseres oder Hunde in der Kunst

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Windhunde sind was Besseres, das war zumindest die Denkweise zu früheren Zeiten. Emile weiß davon nichts, obwohl er schon manchmal die eine oder andere Verhaltensweise zeigt, die zumindest so etwas erahnen lässt. So liegt er etwa niemals auf dem nackten Boden. Weder Zuhause, noch im Garten in der größten Hitze, noch wenn er uns ins Restaurant begleitet. Dann schleppen wir eine Komplettausrüstung mit. Dazu gehört neben seinem Mäntelchen (im Winter) immer eine rote gepolsterte Decke, auf die er sich legen kann. Haben wir sie mal vergessen, muss Herrchens oder Frauchens Jacke herhalten, da er ansonsten einfach stehenbleibt. Und das solange, bis er vor Müdigkeit fast umfällt und alle Leute denken, wir seien die Tierquäler schlechthin.

Zuhause hat er ein besonders weich gepolstertes Körbchen und macht es sich auch schon mal gerne auf der Couch bequem, wenn er denkt, dass wir es nicht merken. Schließlich liegen Windhunde er ja auch gerne hoch, wie es heißt. Offiziell darf er nur aufs Sofa, wenn wir auch drauf sitzen und das auch nicht immer. Aber dann versucht er alles, uns mit seinen Blicken so lange zu hypnotisieren, bis wir es ihm erlauben.

Wenn er neben Bijou herläuft, fällt er besonders durch seinen eleganten tänzelnden Gang auf und wenn es ums Wettrennen mit anderen Hunden geht, merkt man ihm einen gewissen Stolz an, wenn er andere locker abhängt. Weniger lustig ist das, wenn er Wildtieren hinterherläuft. Das versuchen wir unter allen Umständen zu verhindern, denn Windhunde sind Hetzhunde, die dem Wild zwar nichts tun, wenn sie es erwischen, aber solange hinterherjagen, bis es tot umfällt. Allerdings verausgabt auch er sich dabei so sehr, dass er anschließend kaum noch laufen kann und manchmal auch hustet, weil er zu schnell geatmet und seine Atemwege damit überreizt hat.

In der Barockzeit wurden Windhunde nicht zur Jagd eingesetzt, weil sie zu wertvoll waren. Diese eleganten Tiere waren ausschließlich dem Adel und den Patriziern vorbehalten. Friedrich den Große beispielsweise hatte eine Schwäche für die kleinere Variante, die Windspiele. Sie liegen noch heute neben ihm auf dem Friedhof begraben. Den Kampf mit Wildschweinen mussten damals die so genannten Bluthunde aufnehmen. Das waren die Hunde der Bauern. Der Begriff bezieht sich auf Reinblütigkeit, was auch bedeutet, dass diese Hunde nicht mit den edlen Windhunden der Adligen gekreuzt werden durften.

Das alles erfährt man bei einer Museumsführung durch das Museum für Angewandte Kunst: https://museenkoeln.de/museum-fuer-angewandte-kunst/?. Dort finden sich jede Menge Abbildungen der besten Freunde des Menschen, etwa auf Futteralen, Schießpulverbehältern, Gewehrkolben, aber auch Möbeln und Gemälden. Aus Meißner Porzellan sind die früher beliebten Tischaufsätze, die zu allerlei Gesprächsstoff beim Essen beitragen sollten. Unter ihnen findet man auch Darstellungen, die auf den damaligen Mopsorden hinweisen. Der aus China eingeführte Mops erfreute sich zur Barockzeit größter Beliebtheit als wärmender Schoßhund bei der feinen Gesellschaft. Was genau es mit dem Orden und den Porzellanfiguren so auf sich hat, steht in „Fred & Otto unterwegs in Köln“.