Der (Hunde-)Blog

Immer Ärger mit dem Futter – und den Hinterlassenschaften

https://fredundottokoeln.files.wordpress.com/2014/10/naturpur-046.jpg

Als Hundebuchautorin muss man immer auf dem neuesten Stand sein, dachte ich mir. So stieß ich bei einer meiner Recherchen auf das „Schwarzbuch Tierarzt“. Unter dem Titel „Hunde würden länger leben, wenn….“ plädiert die österreichische Tierärztin Jutta Ziegler dafür, sich seinen Tierarzt gut auszusuchen. Sie teilt ihre Berufsgruppe, vereinfacht ausgedrückt, in drei Kategorien ein: die Gierigen, denen es nur ums Geldverdienen geht, die Gleichgültigen, die sich zwar weiterbilden und immer auf dem neuesten Stand sind, aber wenig kritisch mit den Angeboten der Futtermittel- und Medikamentenindustrie umgehen und die Verantwortungsvollen, die nicht einfach behandeln, weil es Geld bringt oder weil die Medikamente-Hersteller empfehlen, den Hund soundsooft im Jahr entwurmen oder impfen zu lassen und die auch die Inhaltsstoffe von Fertigfutter genauestens analysieren.

Das hat mich aufhorchen lassen. Zwar war ich bis jetzt der Meinung, dass Emile und Bijou ein gutes Hundefutter bekommen, aber nach der Lektüre des Buches bin ich nicht mehr so sehr davon überzeugt. Auch wenn ich nicht die Ansicht der Autorin teile, dass nur die Rohfütterung das einzig Wahre ist, habe ich mich nun doch noch mal eingehender mit den Inhaltsstoffen des Futters befasst. Dass im Trockenfutter nur Fleischmehl, statt das Mehl des ganzen Tieres enthalten sein sollte, habe ich bereits vor einiger Zeit ausgeführt, aber nun geht es um den Anteil. Erstaunt stellte ich fest, dass unser teures Hundefutter nur 18 Prozent Fleischanteil enthält – ups, das ist doch ein bisschen wenig. Dafür sind aber jede Menge Vitamine zugesetzt – das ist doch nicht natürlich. Und das Futter enthält nur 24 Prozent Proteine – soviel wie eine „Schuhsohle“, wie die Tierärztin schreibt.

Also, ab ins Internet und nach Futtern gesucht. Und so fand ich ein hochwertiges Hundefutter, das zwar 14 Euro teurer im 15-Kilo-Sack ist, aber sage und schreibe 80 Prozent (!) Fleischanteil und 38 Prozent tierische Proteine enthält. Hinzu kommen Obst, Gemüse und diverse Kräuter – die Inhaltsangaben hörten sich richtig appetitlich an. Zwar sind hier auch ein paar Vitamine zugesetzt, aber nur in ganz geringem Umfang. Auf Getreide kann man bei Hundefutter übrigens grundsätzlich gut und gerne verzichten. Wir müssen es sowieso, da Emile mit Durchfall darauf reagiert.

Getreide ist nur eine billige Energie- und Proteinquelle im Futter. Dabei sind Hunde von Natur aus es gar nicht gewohnt. Sie haben grundsätzlich einen sehr geringen biologischen Bedarf an Kohlenhydraten, wie ich jetzt weiß. Der hohe Kohlenhydratgehalt in Getreide kann zu Übergewicht, Diabetes und Verdauungsproblemen führen. Das ist vermutlich auch der Grund für Emiles übelriechende Winde, die er trotz Getreidefreiheit manchmal hatte. 48 Prozent Kartoffelmehl zeugen ja von jeder Menge Kohlenhydraten. Und auch das Verhältnis von Rohfaseranteil, Rohasche und Rohprotein ist im bisherigen Futter nicht ideal.

Das wird sich nun ändern. Schön, wenn er also demnächst nicht mehr pupst und nicht mehr so viele Häufchen macht. Das kommt auch der Umwelt zugute. Hundekot ist ja ohnehin ein großes Problem in der Landschaft. In Köln sind solche Hinterlassenschaft auf Gehwegen, in Grünanlagen und auf Kinderspielplätzen die Hauptgründe für Auseinandersetzungen zwischen Hundehaltern und anderen Menschen. Laut Mitteilung der Stadt landen täglich rund acht Tonnen Hundekot auf Straßen und Wegen. Und das, obwohl es 120 Hundekottütenspender im Stadtgebiet gibt.

Wer das Häufchen seines Hundes liegen lässt und dabei erwischt wird, muss je nach Örtlichkeit zwischen 35 und 500 Euro berappen. Letzteres gilt insbesondere für ausgewiesene Spiel- und Bolzfläche. Mehr zu diesem Thema gibt es in „Fred & Otto unterwegs in Köln“.