Zeckenfieber - Blutuntersuchung bei Bijou

Bijou ist nun einmal eine ältere Dame. Auch wenn man es ihr nicht anmerkt, ist sie schließlich schon elf Jahre alt. Darum lasse ich von Zeit zu Zeit ihr Blut untersuchen und dieses Mal wollte ich auch einen Erreger-Nachweis haben, der normalerweise nicht automatisch gemacht wird. Und das war goldrichtig, wie ich nun feststellen musste. Der Ehrlichien-Titer lag bei 1:200, obwohl Bijou keine Symptome zeigte, wie ich dachte. Ein Titer, der sieben bis 21 Tage nach der Infektion höher als 1:10 ist, ist beweisend für Ehrlichiose. Die von Zecken übertragene Infektion mit Bakterien, auch Zeckenfieber genannt, ist eine akute bis chronische Krankheit. Die klassische Form kommt in den Tropen und Subtropen vor. Aber durch die Klimaveränderung gibt es auch in Deutschland, insbesondere im Süden, die Braune Hundezecke, die die Ehrlichien überträgt.

Der Körper bildet zwar hohe Antikörperspiegel, diese wirken jedoch nicht schützend. Die Symptome sind meist unspezifisch. Nach einer Inkubationszeit von knapp drei Wochen zeigen die Tiere in der Akutphase ständig wiederkehrendes Fieber, Nasenbluten oder schleimig-eitrigen Nasenausfluss, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Atemnot, Schwellung der Lymphknoten und eventuell zentralnervöse Störungen wie Muskelzucken. Das alles konnte ich bei Bijou nicht feststellen, lediglich das Erbrechen zeigte sich einmal, aber verschwand nach einem Tag wieder und ich dachte, sie hätte irgendetwas Falsches gefressen. Nach zwei bis vier Wochen geht die Akutphase in ein subklinisches Stadium über und kann über Wochen bis Jahre andauern.

Die Tiere bleiben zwar infiziert, zeigen aber keine Symptome. So wie Bijou, die nur das Muskelzittern hatte und das schon lange. Deshalb hatte ich in der Vergangenheit schon einmal einen Tierarzt in Köln konsultiert, der aber meinte, das könne das Terrierzittern sein, da in ihr ja ein kleines bisschen Terrier steckt. Da sie sonst topfit war, habe ich mir keine Gedanken gemacht. Als ich Bijou vor zehn Jahren aus Ibiza bekam, hatte sie Babesiose und Ehrlichiose, was beides mit Antibiotika erfolgreich behandelt wurde. Im Blutbild war danach alles in Ordnung.

Das späte Stadium der Ehrlichiose zeigt indes Blutungen und Ödeme, Abgeschlagenheit, Abmagerung, Blutarmut, Milzvergrößerung, Gelenkerkrankungen sowie Meningoenzephalitis mit Krämpfen, was Bijou ja alles zum Glück (noch) nicht hatte. Mein Tierarzt verordnete also Doxycyclin als Antibiotikum, das auch Menschen bei diversen Infektionen bekommen. Insgesamt muss Bijou es über zwei Wochen zweimal täglich als Viertel-Tablette, immer lecker in Leberwurst verpackt und mit dem Futter, damit sie keine Magen-Darmprobleme bekommt, nehmen. Jetzt nach über einer Woche ist das vermeintliche Terrierzittern fast verschwunden. Ich bin superfroh, dass wir die Infektion rechtzeitig entdeckt haben, bevor Bijou andere Symptome zeigte.

Was für Menschen gilt, gilt also auch für Hunde: man sollte regelmäßig einen Blut-Check machen. Keine Angst vor den Kosten, denn dabei kann man auch gleich den Impf-Titer checken. Das kostet nicht mehr, als die unnötigen jährlichen Impfungen und verhindert den Ausbruch schlimmerer Krankheiten.

Gefahr aus dem Wald - oder Skorpion-Angriff auf Bijou

 

Es war heute Morgen beim Spaziergang. Wir liefen über ein kurzes geteertes Stück eines Weges mitten zwischen den Feldern, als dort ein kleines schwarzes Tier einen großen Aufstand machte. „Ups, der sieht ja aus wie ein Skorpion“, dachten wir bei der näheren Betrachtung. Das mehr als drei Zentimeter lange Tier hatte vorne richtige Zacken und sein Hinterteil drohend nach oben erhoben, ebenso wie Skorpione es machen. „Skorpione im Rheinland – gibt es das?“, wunderten wir uns. Bijou war fasziniert und kaum von dem Tier wegzukriegen. Also nahmen wir sie an die Leine und verhinderten so, dass sie nicht näher herankam

Kaum Zuhause, wurde das Internet durchforstet, ob es denn Skorpione gebe oder was es sonst für ein Tier gewesen sein könnte. Und wir wurden fündig. „Ein bissiges Insekt mit einer Vorliebe für Nacktschnecken“, lautete eine Überschrift eines Beitrages von Dieter Schmidtke in den Stuttgarter Nachrichten, zu dem das Foto passte. Der vermeintliche Skorpion entpuppte sich in dem Artikel als Moderkäfer. Und der kann sowohl für Mensch, als auch für Hund tatsächlich gefährlich werden.

Der schwarze Raubkäfer der Gattung "Ocypus olens" ist ein wehrhaftes Insekt, das sich immer mehr vom Land auch auf die Stadt ausbreitet. Er und seine räuberischen Larven vertilgen Schädlinge und bevorzugt Nacktschnecken. Er liebt insbesondere den sonnigen Asphalt von Gehwegen und Steinplatten in Gärten, um sich aufzuwärmen. Wird der Käfer dabei gestört, dann flüchtet er nicht, sondern hebt drohend sein Hinterteil in die Höhe. Meist wird damit der Feind abgeschreckt, was auf Bijou aber nicht zutraf.

Wagt man sich jedoch näher als etwa 20 Zentimeter heran, greift das wehrhafte Insekt an und schießt aus der Hinterleibsdrüse eine übel riechende und ätzende Flüssigkeit auf den Gegner. Und die löst auf Schleimhäuten und empfindlicher Haut schmerzhafte Entzündungen aus. Werden gar die Augen getroffen, sollte man sie sofort mit viel Wasser auswaschen. Und fasst man den Käfer an oder versucht ihn, mit dem Maul zu greifen, beißt er mit den kräftigen Kieferzangen zu, was richtig wehtun kann.

Im Mittelalter nannte man ihn in England sogar "the Devil·s coach horse" (des Teufels Kutschengaul). Also künftig machen wir einen großen Bogen um diese deutschen Skorpione beim Sonnen.

Emile wurde geimpft - jetzt ist er krank

 Jetzt war es gestern sogar schon im Radio. In der WDR-2-Sendung Quintessenz ging es um die jährliche Immunisierung von Hunden und Katzen. „Unnötig viele Impfungen“ lautete der Titel des Beitrags von Anne Debus. Viele Tierhalter ließen ihren Hund und ihre Katze alljährlich impfen, im festen Glauben, dem Tier etwas Gutes zu tun. Dabei seien manche Impfungen an sich schon wenig sinnvoll. Und jährliche Auffrischungsimpfungen erhöhten nicht den Impfschutz, sondern nur das Risiko von Nebenwirkungen und die Kosten für den Tierhalter.

Leider kann ich diese Erfahrung nur bestätigen. Vergangenen Mittwoch war ich mit Emile Fäden ziehen und dachte, ich könnte ihn mal wieder impfen lassen. Zwar bin ich auch ein Verfechter davon, Hunde nicht so oft impfen zu lassen, aber erstens war die letzte schon über zwei Jahre her und zweitens wollen wir im Oktober in Urlaub nach Italien, wo Tollwut-Impfungen vorgeschrieben sind bei der Einreise. Der Tierarzt hat dann direkt eine Kombi-Impfung gegeben gegen Leptospirose, Staupe und Hepatitis. Mein Tierarzt ist ohnehin der festen Überzeugung, dass jährlich geimpft werden muss.

Ab Mittag kam Emile ständig an und ich bemerkte, dass er am ganzen Körper zitterte. Sofort habe ich geschaut, ob ich ein homöopathisches Mittel da habe für ihn. Ich habe mich neben ihn auf den Boden gesetzt und ihm Reiki gegeben. Das half, das Zittern hörte auf. Nach einiger Zeit fing es erneut an und ich war so wütend, dass ich dem Tierarzt eine Mail schrieb. Ich teilte ihm mit, dass es das letzte Mal gewesen sei, dass ich die Hunde habe impfen lassen (Bijou hatte keine Nebenwirkungen) und dass ich künftig eine Titer-Bestimmung machen lassen würde und nur dann geimpft würde, wenn keine Antikörper mehr nachzuweisen seien.

Noch am gleichen Abend rief er an und entschuldigte sich. Er erklärte, dass er einen neuen Lieferanten habe, weil der andere Lieferschwierigkeiten habe. Den Impfstoff verwende er schon seit drei Wochen, aber solche Nebenwirkungen habe es noch nicht gegeben. Inzwischen ist zum Glück das Zittern weg, aber fit ist er immer noch nicht und ich habe ein schrecklich schlechtes Gewissen, dass ich die Hunde nicht nur einfach gegen Tollwut habe impfen lassen, was ja sein muss bei Auslandsreisen. Und dann kam gestern noch dieser Beitrag. Da wurde von einer Hündin berichtet, die eine Woche nach der Impfung Blut gepinkelt habe und eine Woche später gestorben sei. Das sei eine Nebenwirkung gewesen. Wie schrecklich ist das denn?

In dem Beitrag hieß es jedenfalls, dass Schätzungen zufolge Tierärzte 30 bis Prozent ihres Gesamtumsatzes mithilfe von Impfungen erzielen und sie es deshalb empfehlen. Auch Menschen lassen sich schließlich nicht jedes Jahr impfen. Die Zulassungsbehörden verlangen von den Impfstoffherstellern keinen Nachweis der maximalen Schutzdauer. Mittlerweile belegen Studien aber, dass für die wichtigsten Viruserkrankungen auch bei Tieren eine Schutzdauer von 12 Jahren und mehr gilt, allerdings nicht für alle Erreger.

Das Einjahresintervall jedenfalls gilt offiziell als überholt. Die deutsche "Ständige Impfkommission Veterinär“ empfiehlt in ihren Impfrichtlinien seit 2006 für einige Impfungen ein Impf-Intervall von 3 Jahren. Und auch das ist zuviel. Der Weltverband der Kleintiere empfiehlt sogar, gegen die Haupterkrankungen nicht öfter als alle 3 Jahre zu impfen. Auch die von Tierärzten oftmals empfohlene Borreliose-Impfung ist Quatsch. Zwar sind einige Hunde mit von Zecken übertragenen Borrelien infiziert, aber die wenigsten erkranken daran. Und falls doch hilft Antibiotika.

Die Nebenwirkungen von Impfungen sind indes schlimm und reichen von vorübergehenden Beschwerden wie Schwellungen, Schlappheit und Appetitverlust bis hin zu schweren oder gar tödlichen Erkrankungen. Grundsätzlich heißt: Je jünger ein Tier ist, je geringer seine Körpermasse ist (also kleine Rassen) und je mehr Impfstoffe es auf einmal bekommt, desto höher ist sein Risiko einer Nebenwirkung. Ein Tier, bei dem schon einmal Impfnebenwirkungen aufgetreten sind, ist ebenfalls anfälliger.

Es gibt in Deutschland für Haustiere keine Impfpflicht. Lediglich für Auslandsreisen ist eine gültige Tollwutimpfung vorgeschrieben. Ansonsten gilt Deutschland seit 2008 offiziell als tollwutfrei. Damit entfällt auch das Risiko. Für uns hat sich das Thema jedenfalls erledigt.

Das Beste zum Schluss - Bijou und Emile waren fleißig

 Im Auftrag von Fred & Otto haben Bijou und Emile nun seit März fleißig das Rheinland erkundet. Sie liefen über Höhen und Felder, durch Täler und Bäche, kletterten auf Berge und Burgen, untersuchten Pfade und Wege und testeten, wo Hunde willkommen sind, wo sie übernachten können und wo es das beste Wasser gibt.

Mit einer Tour ins Siebengebirge endeten ihre Recherchen gestern. Als krönender Abschluss waren sie zu Besuch bei den hochherrschaftlichen Löwen und feuerspeienden Drachen des rheinischen Mittelgebirges, das aus mehr als 50 Bergen und Anhöhen besteht. In einem der ältesten Naturparks Deutschlands betrachteten sie nach steilen Aufstiegen den guten Vater Rhein von oben. Nun ist heute Ausruhen angesagt, denn jetzt ist Frauchen wieder dran.

Das Ergebnis ihrer rund 400 Kilometer langen Wanderungen fasse ich für Fred & Otto unterwegs im Rheinland in Worte. Ab Herbst gibt es den Ausflugs- und Wanderführer für Zwei- und Vierbeiner im Buchhandel.

Der Kampf gegen Ungeziefer – oder Bernstein für Hunde  

 Viel wird im Internet diskutiert über den Gebrauch von Bernsteinketten gegen Zecken. Aber es ist wie bei vielen Dingen im Leben: während die einen darauf schwören, halten es die anderen für völligen Quatsch. Emile und Bijou jedenfalls tragen seit knapp einem Monat Bernsteinketten. Fakt ist, es sieht schön aus. Und was die Zecken angeht, hatte Bijou zwei winzige und Emile seither keine mehr. Ob nun Zufall oder nicht, es ist in jedem Fall besser, als die Chemie-Keule vom Tierarzt.

Die Wirkung soll darauf beruhen, dass die Steine sich durch Reibung statisch aufladen und damit die Zecken abwehren. Zudem sollen Zecken und Flöhe den harzigen Geruch des Bernsteins nicht mögen. Wichtig dabei ist, dass man unbearbeiteten, echten Naturbernstein nimmt, der ständig auf der Haut/dem Fell getragen werden sollte. So kann sich der feine Harzgeruch über das Fell und die Haut verteilen. 

Zecken haben zwar keine Nasen, sondern nur ihr Haller’sches Organ, das eine bestimmte Kombination an organischen Stoffen wahrnehmen kann. Diese Kombi soll durch den Harzgeruch des Bernsteins gestört werden. Das Gleiche gilt für Kokosöl, womit man den Hund anfangs täglich und später im Abstand von zwei Wochen einreiben sollte. Die darin enthaltene Laurinsäure hilft übrigens auch zur Abwehr von Zecken und Mücken beim Menschen und pflegt zudem auch die Haut. Und Bernstein soll gemäß der Heilsteinkunde auch gut gegen Ekzeme, allergische Hautkrankheiten, Entzündungen, Arthritis, Berührungsangst und andere Symptome sein.

Weitere Möglichkeiten der natürlichen Ungeziefer-Bekämpfung sind bei Flohbefall zwei in Viertel geschnittene Zitronen, mit einem halben Liter kochendem Wasser überbrüht. In Sprühflaschen verteilt, kann der Hund damit täglich besprüht werden. Auch ein Tropfen Zedernholzöl mit einem Esslöffel Oliven- oder Mandelöl vermischt, wirkt insbesondere gegen Läuse. Das Gleiche gilt für Teebaumöl und Knoblauchwasser, das auch Zecken fernhalten soll.

Nichts von diesen Tipps ist jedenfalls so schädlich, wie das Nervengift vom Tierarzt, darum rate ich allen, es einfach mal auszuprobieren. Die Gesundheit des Hundes wird es danken. Weitere Mittelchen aus Mutter Erdens Garten gibt es bei Gesundheitsproblemen auch in meinem Buch „Fred & Otto unterwegs in Köln“.