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Das Mäntelchen, die Vierte – Emile und seine Kleider

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Kaum sind die ersten Herbsttürme vorbei, soll es nun langsam kälter werden. Das heißt für uns: die Mäntelchen-Zeit beginnt – zumindest für Emile. Unser lieber Whippet-Rüde hat nämlich nur ein ganz dünnes Fell ohne Unterwolle und fängt schon jetzt an zu bibbern. Ein bisschen schadet ihm das nicht, aber wenn es richtig kalt wird, das heißt, wenn die Temperaturen einstellig werden und sich Richtung der Null-Grad-Grenze bewegen, geht nichts mehr ohne wärmendes Hunde-Mäntelchen.

Mein Lebensgefährte wollte Emile extra eins schneidern lassen bei einer Dame aus Bergisch Gladbach, die sich auf Whippets spezialisiert hat: www.dress4whippets.de. Das erste Exemplar war allerdings ein bereits fertig genähtes, das sie ins Internet eingestellt hatte und wir bestellten. Als es ankam, wunderten wir uns: „Wie soll der arme Hund denn jetzt Pipi machen?“ Denn die Lasche führte quer über seinen Bauch. Ein Anruf schaffte Aufklärung: Wir hatten einen Hundemantel für Weibchen bestellt. Der ging zurück und wir wollten jetzt kein fertiges Modell mehr, sondern suchten Ober- und Untermaterial für ein geschneidertes Stück aus. Dunkelrot mit braunem Kragen, außen wind- und wasserabweisend, innen Fleece. Das war ein sehr schönes Stück, aber musste so manchen Riss verkraften, wenn Emile unter Büschen herumtobte und einmal sogar gebissen wurde. Und das sogar von seinem Onkel – das war ein Drama.

Jedenfalls wurde das gute Stück immer wieder schön von mir repariert und hielt eine ganze Zeit – bis es geklaut wurde. Wir waren im Herbst im Camper in Südfrankreich unterwegs und der wurde während eines Spaziergangs am Cap Antibe aufgebrochen und alle Sachen geklaut – darunter auch das lädierte Hunde-Mäntelchen. Als sparsamer Mensch machte ich mich nun daran, ihm einen Wetterschutz aus Schurwolle zu stricken. Sehr schön passte ihm sein brauner Pullover, aber er war unpraktisch, da er keine glatte Oberfläche hatte und natürlich jede Menge Angriffsfläche für Sträucher und Äste bot. Eines Tages tobte Emile am Rheinufer mit einem anderen Hund im Gebüsch und kam ohne ihn zurück. Auch alles Suchen half nicht mehr – der Pulli blieb verschwunden (ich vertrete ja die These, dass er dem anderen Hund so gut gefallen hat, dass er ihn mitgenommen hat.....).

Das nächste Mäntelchen, dunkelrot mit beigen Innenleben – ebenfalls im Laufe der Zeit mehrfach gestopft -, fiel vergangenen Winter einem kurzen Sprint einem Reh hinterher zum Opfer. Emile kam zwar schnell zurück, aber nur noch mit halben Mäntelchen. Die andere Hälfte mimt wohl noch heute im Wald eine Wetterfahne. So haben wir, als der Herbst immer näher rückte, ihm nun ein dunkelgrünes Exemplar mit hellgrünen Futter bestellt. Dieses Mal sollte es aber ein etwas robusterer Stoff sein. Emile wurde wieder ausgemessen und als der Mantel kam, versank der arme Kerl in dem riesigen Stück. Das war wohl eher für einen ausgewachsenen Greyhound, statt für einen Whippet gedacht. Aber es war kein Problem, denn die Schneiderin nahm ihn sofort zurück, um ihn zu ändern. Schließlich war er mit 70 Euro (!) bisher teuerstes Exemplar.