Der (Hunde-)Blog

Weitsichtig und farbenblind - was Hund so wahrnimmt

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Forscher haben belegt, dass Hunde theoretisch fernsehen können. Obwohl das Sehvermögen von ihnen anders ist als beim Menschen, können auch sie den Dingen folgen, die sich auf dem Bildschirm abspielen. Allerdings wird es für sie schnell langweilig. Der Grund liegt darin, dass beim Fernsehen etwa 25 Bilder oder 50 Halbbilder pro Sekunde übertragen werden. Das erzeugt im menschlichen Gehirn einen Film.

Für Hunde sind 50 Halbbilder aber zu langsam. Sie werden daher von einem Flimmern überlagert. Dass heißt, ein Hund bräuchte 70 bis 80 Bilder pro Sekunde, um einen Film korrekt wahrnehmen zu können. Zudem können Hunde das Fernsehbild auch aus der Nähe weniger scharf sehen als Menschen. Dinge, die näher als 30 bis 50 Zentimeter entfernt sind, können sie schlecht erkennen. Dieses Phänomen beobachte ich oft bei Emile, der jeden Morgen großen Spaß daran hat, wenn wir ihm seinen Frühstückspansen verstecken und er ihn suchen muss. Manchmal liegt er direkt vor ihm, aber er kann ihn nicht sehen, insbesondere, wenn er auf einem dunklen Untergrund liegt. Erst durch den Geruch nimmt er ihn wahr.

Die Sehschärfe des Menschen ist ungefähr sechsmal besser als die des Hundes. Das gilt auch beim Farbensehen. Denn Hunde haben nur zwei Farb-Sinneszellen – im Gegensatz zu dreien beim Menschen. Darum fehlen den Fellnasen die roten Bereiche des Farbsprektums. Sie sind quasi das, was man beim Menschen unter Farbenblindheit versteht, nämlich rot-grün-blind. Und auch in Bezug auf die Tiefenschärfe ist der Hund benachteiligt.

Was sie aber besonders gut können, ist das Sehen von Bewegungen. Emile reagiert beim Spazierengehen sehr stark darauf, während er Tiere, die sich nicht bewegen, zumeist auch nicht wahrnimmt. Auch sehen Hunden bei schlechten Lichtverhältnissen besser und können Grautöne gut differenzieren. Abgesehen von ihrem sensationellen Geruchsinn reagieren sie zudem auf Geräusche die für Menschen unhörbar sind.

Auch wenn sie also nicht gut (fern-)sehen können, nehmen viele Hunde - so auch Emile, aber nicht Bijou - aktiv an Tiersendungen teil. Das liegt zum einen an den Geräuschen, zum anderen an der Bewegung. Und sie reagieren vor dem Fernseher auf viele Tierarten, für die sie sich in der Natur nicht wirklich interessieren. So sind für Emile und Bijou Kühe eher uninteressant, es sei denn sie kommen neugierig herbei oder laufen weg – oder sie versuchen, sich als neue Nachbarn zu etablieren. Als neulich erstmals nach dem Winter wieder Kühe unterhalb unseres Gartens auf der Wiese waren, war der Teufel los. Mit Leibeskraft versuchten die beiden, sie zu vertreiben. Inzwischen straft man sich mit Verachtung.